Siem Reap bietet all das was wir Touris wollen, westliches Essen Märkte, Kaffehäuser und vorallem unendlich viele Bars und Partys. Meine liebste Cocktailbar ganz klar Miss Wong – Kitsch und Charm von Shanghai der 20er, stilvoll und in einer Seitengasse und nicht auf der Touristenmeile der Pub-Street. Wir wohnen im Downtown Hostel und genießen den SwimmingPool in der Hitze der staubigen Stadt.
Viele bleiben hier länger als gedacht, denn Siem Reap ist eine Stadt wo es sich aushalten lässt und nicht nur Angkor spannend ist.
Aber wir sind natürlich hier um die größte Buddhistisch-Hinduistische Tempelanlage der Welt zu bestaunen. Unser 3 TagesTicket war gebucht und ich kann nicht viel dazu sagen außer – völliger Tempeloverflow. Es ist ein wundervolles großes Tempelgebiet ähnlich der Tempel in Cobà in Mexico. Verstreut über viele Kilometer ragen die Ruinen und Türme von Angkor in den Himmel.
Verwucherte Ruinen, überall Steine die querfeldein liegen und daran erinnern, dass hier Millionen Menschen mit den Göttern gelebt haben während zur gleichen Zeit London lediglich mit rund 50.000 Menschen besiedelt war. Warum starben all diese Kulturen aus?
Vorallem Ta Phrom hat es mir angetan, dort wo Tomb Raider gedreht wurde klettere ich auf Ruinen und Tempeldächern herum, alte Steine mit Schnitzereien, Asche einer Kultur die eins war mit der Natur und den Göttern und doch lebt irgendwie ein kleiner magischer Funke in uns allen die wir diesen Weg beschreiten weiter und es ist berührend in Angkor zu stehen und die Kraft zu spüren die hier einmal gewirkt hat.
Wie es aber so ist wenn man als Gruppe reist und sich 24h sieht passieren manchmal seltsame Dinge. Ich gehe ja davon aus, dass jeder Mensch Ecken und Kanten und Ticks und Muster hat die andere manchmal nerven. Wenn ich einen Menschen mag dann kann ich meistens ganz gut hinnehmen, dass gerade auf Reisen auf engem Lebensraum genau das hervortritt. Im Alltag sind wir zumeist so Oberflächlich unterwegs, dass man sowas ja nicht mal mitbekommt. Umso mehr schätze ich es wenn man gemeinsam reist, denn dann lernt man sich wirklich kennen. Wiedermal sehe ich wie schwer das manchmal fällt Menschen respektvoll und mit Liebe zu begegnen gerade in intensiven Situationen wie auf abenteuerlichen Reisen. Ich bin ja wahrlich kein „Licht+Liebe“ Fraggle aber ich Glaube daran, dass nur jene die Welt positiv und konstruktiv verändern werden die wertschätzend und gemeinschaftsorientiert handeln und die daran glauben, dass ein kleiner Funke noch ein Feuer entfachen kann. Ich glaube nicht daran das Geld uns Glücklich macht sondern es macht Einsam mit gekauften Illusionen. Ich merke auch wie degeneriert ich bin wenn ich an ein Zimmer mit Aircondition+Wifi, saubere Warmwasserdusche, gratis Klopapier und Fernseher denke. Aber eigentlich spüre ich wie geil es ist wenn es einfach mal keinen Strom gibt, wenn mein Ekel vor Dreck sich verändert und ich ohne Schuhe auf der dreckigen Strasse rumlaufe, ich im Bus auf einem Platz verschwitzt rumgammel wo ich mich in Wien nicht mal hinsetzen würde, ich aus einem Häferl meinen Kaffe trinke das so dreckig ist, dass ich es mit meiner ebenfalls dreckigen Hose vorher abwische. Ich sehe Kinder die betteln „One Dollar“, Khmer ohne Arme, Kakerlaken und Ratten gehören dazu….und ich fühle mich zufrieden und dankbar dafür in Österreich geboren worden zu sein. Prozesse auf Reisen sind unergründlich so wie wir Menschen auch und „Diversity Rules“.
Angkor hat seine magische Kraft gewirkt und uns staubig, betört und als Gruppe geschüttelt und einmal gerührt gespalten zurück gelassen.
I close my eyes only for the moment when the moments gone – und somit fährt einer ins Luxusresort und die Anderen weiter ins Landesinnere um das authentische Gesicht Cambodias zu erleben.


