Ich laufe den Strand entlang und hinterlasse Fussspuren. Eine Stunde später laufe ich zurück und noch immer – nur meine Spuren im Sand. Ich bin auf einer richtig einsamen Insel gelandet. Ich fühle mich frei und mit mir in Frieden hier am Meer, Muschel suchend, ohne Strom. Nichts denken, nichts müssen eine Freiheit die wir nur selten haben. Im Alltag lenken wir uns permanent von unseren Gefühlen und Sehnsüchten ab, nur nicht zu viel in uns hineinhorchen, nur nicht auf unser Herz, unsere Seele unseren wahren Willen hören. Doch hier passiert genau das automatisch. Grenzerfahrungen starten Prozesse in uns. Meine Schatten tauchen auf und umhüllen mich während ich aufs Meer schaue. Gedanken an Wien, Gedanken daran wie ich Leben möchte, welche Menschen mir wichtig sind, was sind meine Träume, was macht mich glücklich? Gerade an Orten wie hier wo es nur einige Stunden am Tag Strom durch ein Aggregat gibt und man keine Dusche hat sondern nur eine Tonne mit Wasser (Bucket Shower), es kein Internet gibt, …da ist man völlig mit sich beschäftigt und kann es umso mehr wertschätzen wie man selbst lebt wenn man die armen einfachen Dorfbewohner hier sieht die in Baracken hausen.
Ich weiß, dass in der Matrix des Lebens jederzeit jede Möglichkeit vorhanden ist mein Leben so zu kreieren wie ich es möchte. Wären da nicht diese alten Erfahrungen, Verletzungen und Glaubenssätze in mir gespeichert. Aber ich weiß, dass wenn wir in Begegnungen mit Menschen bewusst unser Herz öffnen, wir wissen und spüren wer gut für uns ist und wo wir in Resonanz sind.
Ich möchte meinen Impulsen des Herzens erlauben meinen Verstand zu erreichen damit Oberflächlichkeiten und Unsicherheiten nicht mehr so viel Platz haben.
Aber auch wenn ich dies zulasse, wie schwer ist es das zu leben? Die meisten Menschen sind direkte emotionale Begegnungen nicht gewohnt. In unserer Gesellschaft handeln wir rational, überlegen uns welche Handlung uns Vorteile bringt und achten vor allem darauf, dass man möglichst diplomatisch vorgeht.
Ich tue dies nicht bin direkt, authentisch und emotional. Ich spüre sehr schnell wer mir gut tut und dennoch überfordere ich Menschen genau damit. Man sollte ja darauf achten wie man was sagt, nur nicht zu viel von sich preisgeben, immer einen guten Schein wahren….
Ich sitze am Strand und mache meine Chakrameditation, bringe alles in Fluss, finde meine Mitte, zumindest in diesem Moment. Ich weiß ich bin ein Mensch der nicht ganz einfach ist, aber ist einfach nicht auch auf Dauer langweilig? Ich würde mir so sehr authentische wertschätzende Beziehungen ohne „Spielchen“ wünschen, aber anscheinend gehört das dazu.
Andererseits weiß ich genau was ich will und was nicht, schon mal ein Anfang. Aber wie die Matrix so kreieren, dass genau dies -jetzt wo ich wieder bereit bin fürs Leben- eintreffen wird? Oder bin ich schon Mitten drin?
Esotanja und ihre verqueren Gedanken lässt Grüßen!
