Koh Rong Samloem

Nachdem uns Koh Rong einfach ausgespuckt hat, obwohl eine Trauminsel mit strahlend weißem Sandstrand und türkisblauem Meer ziehen wir weiter. Wir hatten 2  mühevolle Nächte  da es einfach keine Unterkunft für die Tage gab und wir dann auch noch  eine Nacht in der ärgsten Discobude über den Boxen versucht haben zu schlafen. Da kann die Insel noch so schön sein wir haben uns ein Boot genommen und sind nach Koh Rong Samloem.

Hier sind wir auf einer kleinen einsamen Insel gelandet die es sonst nur in Universum-Dokus gibt. Es ist „Marine Protected Area“ und hier sind einige Taucher die mit Volonteers die Riffe reinigen, die Fischpopulation zählen und versuchen dieses Eck der Welt vor der Umweltverschmutzung zu retten. Es gibt hier nur ein kleines armes sehr einfaches Fischerdorf aus Holzhütten, das Camp der Taucher+Volonteers und ein Resort „M Pay Bay“.

Als wir ankommen und an der einsamen goldenen Bucht inmitten von Mangroven und Baumstümpfen anlegen ist gerade der Besitzer mit seiner einheimischen Frau hier und ich lande Mitten in einem Ritual.

Hier ist der Schlangentempel der geehrt werden muss, wir füllen Wasser in kleine Gläser, entzünden Räucherstäbchen, beten um Schutz. Wir gehen weiter zum Wasser beten dort zu den Göttern des Meeres. Dann steht hier ein uralter riesiger Baum der eigentlich aus 3 Bäumen besteht davor ein Geisterhäuschen, hier sind die Spirits der Natur zu Hause. Beim Resort ein kleiner Altar für die Ahnen und ein Altar für den Reichtum des Lebens. Wir füllen Wasser in kleine Fläschchen, beten und räuchern. Ich kann die Spirits spüren und so idyllisch diese Insel zu sein scheint, ich empfinde etwas tiefes dunkles schattiges hier, nicht negativ aber eben auch nicht easy und sunshine. Die Frau des Besitzers lächelt mich an und sagt mir sie spürt das ich die Spirits spüre und erlaubt mir den Schlangentempel zu benutzen und dort meine Rituale zu machen. Sie sind Animisten hier und ich als Wicca bin dies auch – Naturreligiös. Weinend vor Demut über dieses Naturbelassene Paradies und die Schönheit der Muscheln die hier einfach überall liegen, die unendliche Weite des Meeres die seltsamen Geräusche aus dem Dschungel….komme ich endlich in Cambodia an.

Außer uns gibt es an dieser Seite der Insel nur noch 8 andere Touristen, einen langen goldenen Sandstrand, Dschungel und keinen Strom. Wir alle Entschleunigen und sind in Reduktion von allem. Ich genieße es da zu sein wo andere hinfahren um zu Schnorcheln und zu tauchen, wir haben es vom Bungalow aus, ein Hausriff mit wunderbaren bunten Fischen, Korallen, Anemonen, Muscheln und ein blaues Meer umgeben von grünen kleinen fremden Inseln.

Das Fischerdorf  besteht aus ein paar Baracken und es gibt rund 100 Dorfbewohner, eine Bar, ein Restaurant wo es entweder Reis oder Nudeln gibt, einen Kindergarten und eine kleine Schule. Das Festland ist rund 3 Stunden entfernt. Wir leben einfach, ich genieße es keine Schuhe tragen zu müssen, laufe manchmal die 5 Minuten ins Dorf um mir eine frische Mango zu holen und verbringe die Tage damit Muscheln zu suchen, Muschelketten zu basteln, zu Schnorcheln, in der Hängematte zu liegen und eins zu sein mit dem Meer das ich so liebe. Ich bin zu einer Strandpiratin geworden.

Immer wieder sitze ich da schaue aufs Meer, schaue zum Schlangentempel höre die mir fremdem Dschungelgeräusche und bin überwältigt davon dies erleben zu dürfen. Ich fühle mich den Spirits und Göttern so nah, werde immer wieder mit meiner Gefühlswelt konfrontiert und genieße die Gedankenstille wenn ich den Strand entlang laufe. Ich muss hier nichts, gar nichts, ich mache das was ich gerade will und habe keinen Druck etwas machen zu müssen. Gerald ist schon eine Symbiose mit der Hängematte eingegangen und verlässt diese nur selten. Klaus ist in seinem Yogaflow, Arno lernt seine Meridiane und Niri bastelt an lustigen Spielen für uns.

 

„The Ocean is the beginning of the World, all life comes from the Sea“

20.2.2013

 

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