Sihanoukville

Auf der Suche nach neuen Ecken dieser Welt geht die Reise diesmal nach Cambodia, ein geschundenes Land mit blutiger Geschichte. Im Schneechaos fliegen wir mit 1 Stunde Verspätung in Wien ab. 10h ab nach Bangkok. Landung 12:42 um 14:20 geht der nächste Flug weiter nach Phnom Pen. Wir (Gerald und ich) treffen auf unsere Freunde – Yeah Treffpunkt Bangkok Flughafen mit Arno+Niri hat geklappt große Freude. Wir fliegen weiter nach Phnom Pen – Visa at Arrival 20$. Eigentlich wollten wir hier übernachten und am nächsten Morgen mit dem Bus nach Shianoukville wo wir auf Klaus treffen. Aber Gerald und ich sind im Flow wir wollen gleich weiter. Und obwohl absolut unwahrscheinlich da wir Touris in Asien immer gelinkt und abgezockt werden treffen wir auf einen netten Taxifahrer der einen Freund hat der in Siahoukville lebt und gerade Gäste nach PP gebracht hat uns um 65$ hinbringen würde. Wir glauben der Sache nicht ganz aber tatsächlich es klappt und wir fahren in 3,6 Stunden letzendlich um 72$ direkt an den Otres Beach. Wir sind mittlerweile ziemlich geschlaucht und es ist stockdunkel wie sollen wir hier Klaus finden?

Wir stehen irgendwo an einer staubigen Strasse die Jungs suchen nach einer Taschenlampe, Niri fragt einen Security von einem Resort wo das Queen Hill ist wo Klaus wohnt uns morgen erwarten würde.

Ich beschließe zum Strand zu gehen und zu schauen ob dort Leute sind. Es kommt mir im Dunklen jemand mit der Taschenlampe entgegen „Excuse me“ sage ich und die Gestalt kommt näher undleuchtet mich an – „Klaus“?- ja es war tatsächlich Klaus der vor mir steht und es nicht glauben kann. Wir sind hier. Ein echt cooler flow. Leider ist alles ausgebucht es ist Chinese New Year also besetzen wir Klaus seine Hütte da er erst für morgen für uns 2 weitere Klippenbungalows gemietet hat. Gerald+Klaus im Doppelbett, Arno+Niri auf Strandliegematrazen am Boden und ich in der Hängematte.

Am nächsten Morgen die Ernüchterung, es ist nicht sonderlich hübsch hier. Oder doch?

Am 2. Tag schaut es dann schon besser aus ich schlafe weiter im Freien in der Hängematte höre des Nächtens dem Rauschen des Meeres zu und habe so wie oft Schlafprobleme, aber was solls wir sind zum chillen hier.

 

 

Als ich den Strand entlang gehe – meine Art der Meditation suche ich Muscheln, es gibt hier keine aber viel Müll. Nicht mal schöne Muscheln denke ich. Nach den Andamnen und KohLipe gibt es auch kaum etwas was zu toppen ist, ich habe meine Paradiese ja schon gefunden. Doch dann hebe ich eine kleine Muschel auf und spüre plötzlich, dass es nicht immer darum geht das Schönste und Beste zu entdecken und zu finden. Es sind oft die kleinen Dinge die viel wichtiger und wertvoller sind. Es geht nicht um das perfekte Aussehen, die größte Muschel, das tollste Auto, den perfekten Strand. Die Natur kann nichts dafür, dass wir Menschen unseren Müll ins Meer kippen und alles voll Plastik ist. Der Strand ist der Strand an dem ich mit meinen Freunden die Reise beginne. Es ist unser Ort im jetzigen Moment perfekt weil wir hier unsere Abenteuerreise Cambodia starten.

Auch ich bin nicht perfekt so wie die kleine Muschel in meiner Hand. Aber vielleicht findet mich jemand so schön wie die schönste größte tollste Muschel der Welt – so wie ich bin.Und ich habe Freunde die mein Licht genauso sehen wie meine Schatten, denn nur dann kann man einen Menschen schätzen mit allen seinen Unperfektheiten die uns so individuell machen. Ich nehme die Muschel mit, laufe den Strand entlang, tanze mit den Wellen und weiß Klaus macht gerade Yoga, Gerald liegt auf unserer Terrasse in der Hängematte und liest Stalingrad, Niri bräunt sich auf der Strandliege und Arno macht Körperübungen. Ja das sind wir – die Cambodia-Gang. Voll gut !

Nachdem es hier überall Free-Wifi gibt hängen alle mit Laptops und Handys rum, etwas strange aber auch ich als Facebook-Junkie schaffe es nicht ohne täglich kurz ins Internet zu schauen. Es gibt ja auch gerade jemand den ich spannend finde und der gerade den Winter in Wien hat während ich hier am Strand sitze. Ich komme wiedermal drauf wie verrückt emotional ich bin. Klaus macht ja jeden Tag Meditationen zu bestimmten Themen für seine Yogaausbildung – Authentische Beziehungen das Thema heute. Ich halte mich für 99% immer authentisch aber das ist manchmal für andere schwer gerade wenn meine Emotionen so tief, so intensiv so überwältigend über mich schwappen wie die Wellen hier am Otres Beach. Fact ist, dass wenige Männer in den letzten Jahren nur annähernd irgendwas in mir Berührt haben und jetzt wo da „was auch immer ist“ hat das Gefühlskarussel zu geschlagen. Ich spüre mich, spüre Dinge die ich eine Zeitlang einfach weggesperrt habe. Und ich darf auch mal wieder Teenie sein und das ist gut – voll gut. Ich bin ja jetzt auch in meinem neuen Lebensabschnitt und der hat viel verändert- ich habe mich verändert und das ist vieles ganz neu. Es geht ja auch bei Begegnungen nicht immer darum was tatsächlich ist (nämlich genau gar nix bis dato) sondern was Menschen bei einem auslösen können und wie cool das ist auf Menschen zu treffen die man spannend findet. Menschen neu zu entdecken, diesen Anfangsflow zu haben wo alles so neu und geheimnisvoll ist und ich momentan einfach bin wie ich bin, neugierig, fordernd, komisch, kindisch, unsicher, ungeduldig…. weil ich alles aufsaugen will. So wie die Reisen in ferne Länder die ich mache. Neue Gerüche, neue Gesichter, neue Eindrücke das bereichert mich unheimlich.

Ich bin jetzt hier in Cambodia mit meinen Friends und auch wir entdecken uns jeden Tag ein bisschen mehr. Langsam wachs ma zam. Klaus war ja noch nie mit uns unterwegs aber – yeah – The Journey has begun!

Shianoukville ist übrigens eine abgefuckte Stadt wo in der Nacht Girlies um Russen werben, Frauen sich überall verkaufen und Teenies Party machen.Am Occheuteal Beach ist eine große Zone wo Koreaner Picknicken und kleine Kinder mich angrinsen und winken und „Hello“ schreien. Der Otres Beach an unserer Ecke ist ruhig und unsere Bungalows einfach aber mit Blick aufs Meer – mehr brauche ich nicht ! Nächstes Ziel morgen oder übermorgen Koh Rong- die Insel. Ich schlafe in der Hängematte draussen und lausche den Wellen. Das Meer diese unendliche Weite und Tiefe.

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