Wahrlich so habe ich mir meinen wohlverdienten Urlaub nicht vorgestellt. Wiedermal sitze ich alleine in einem Hotelzimmer, dass so dreckig ist, das ich mich überwinden muss die Klospülung zu betätigen, die Polster vor fett triefen und glänzen und das Leintuch seltsam riecht. Meine tägliche Körperpflege ist „Odomo“ und „SoundSleep“ Moskitomittel denn ich reagiere in den dreckigen heissen Städten extrem auf die Moskitos und habe überall juckende Stiche die aussehen als hätte ich eine grauenhafte Krankheit.
Wiedermal sitze ich also nach 8 Stunden Höllenfahrt mit dem Bus verschwitzt bei Bananen und Cola da alle Läden schon zu haben und ignoriere gefliessentlich die kleinen Kakerlaken die neben mir vorbei wandern. Einsam, alleine in den dreckigsten Zimmern in denen ich jemals übernachten musste – das ist mein Urlaub. Dementsprechend geht es mir, meine Stimmung ist wiedermal im Keller und mir wird klar, dass dies nicht der Urlaub ist den ich gebraucht habe und mir gewünscht habe. Ein paar Stunden Schlaf und dann geht es wieder weiter.
Für Indien braucht man Zeit, Zeit die ich nicht habe und 3 Wochen sind einfach lächerlich. Um von einem netten Ort zum anderen zu kommen braucht es hier Tage die man in übervollen Zügen und Bussen verbringt. Ich gehöre nicht zu den Priviligierten die monatelang reisen können und für die alles ein tolles Abenteuer mit persönlichen Grenzgängen ist. In Wien ist mein leben schon Grenzgang genug und so ist Zeit eines der kostbarsten Dinge die ich habe und die ich -da es mein Urlaub ist- mit schönen Dingen verbringen möchte.
Leider überwiegen derzeit die hässlichen, einsamen Teile der Reise und klar ist es toll im Krishna-Tempel zu sein. Das Innerste der Krishna-Jünger zu sehen und den Rauch der Räucherungen im Tempel einzuatmen. Doch der Preis für 2 Stunden Tempel war 8 Stunden anstrengende Fahrt und wiedermal eine einsame Nacht in einem Drecksloch.
Natuerlich kann da niemand was dafuer – ausser ich die ich nichts tolles an Busfahrern finden kann die wie Drivers from Hell agieren und man nie sicher sein kann lebend raus zu kommen. Und klar ist auch, dass die Paare mit denen ich unterwegs bin nach sollten fahrten unter sich sein wollen und hier gar nicht die Moeglichkeit ist einen drauf zu machen. Also ist hier abends immer Ruhe angesagt und nicht gemeinsames Cocktail trinken und plaudern. (Nein auf den langen Fahrten kann man auch nicht plaudern, denn da schaut man nur darauf es hinter sich zu bringen und staunt ueber die Vielfalt und den Dreck des Landes!)
16.2. Udupi (Karnataka)