Strandhopping & Shivas Eye

Wildes rauschen des indischen Ozeans. Die Träne Indiens, früher Ceylon heute Sri Lanka. Traumstrände und Luxusresorts, einsame Buchten und eine Hauptstrasse die entlang der Küste führt die ziemlich gefährlich ist da hier die Höllenbusse fahren.

 

Die blauen Expressbusse jagen hupend durch die Strassen und immer wieder schafft es nur eine Notbremsung uns vor einem Unfall zu bewahren.

 

Die Strände sind karibisch, Postkartenmotive mit goldenem oder fast weissem Sand und Palmen die ins Meer ragen. Kilometerlange Buchten, Massentourismus aber auch einsame kleine Geheimstrände wo man nicht einmal in der Hochsaison vielen begegnet.

Im Schatten der sanft wippenden Palmblätter schaue ich fasziniert aufs Meer und die Wellen, die SriLanka zum Surfer Hotspot werden liessen. Nirgends zuvor habe ich donnergrollende Wellen gehört und solch eine Vielfalt an Wellenstränden gesehen wie hier. Auch die zahlreichen Strandbuchten sind so vielfältig schön, dass ich verstehen kann das Strandmenschen gerne hierher fahren.

Doch die Strandmenschen in SL unterscheiden sich grossteils von dem was ich suche oder irgendwie selbst bin. Diese Hippie Atmosphäre fehlt mir hier. Dieses lockere Strandleben wo man sich abends trifft, gemeinsam die Sonne untergehen sieht und Reisegeschichten austauscht. Grossteil hier sind ältere Deutsche, jüngere Hipsters, eingeschworene Surfer ……und Russen , die den ganzen Tag, so scheint es, ihre gestylten hübschen Frauen am Strand posieren lassen -für gute Fotos. (Natürlich kann man auch das nicht Verallgemeinern, denn Vladimir neben uns scheint ein ganz netter zu sein und hilft meinen negativen Blickwinkel gerade zu rücken. Ja, wiedermal nicht politisch korrekt)

Unser Strandhopping führt uns im Osten nach Arugam Bay im Süden nach Mirissa, Tangalle und weiter westlich nach Dawalla, Unawatuna, Hikkaduwa.
Überall ist es schwer eine Unterkunft zu finden, denn entweder ausgebucht oder teuer. Ausser man wohnt im Hinterland wo es tatsächlich günstige tolle Homestays gibt. Ich bin aber hier um am Meer zu sein, am Strand sein, barfuss herumlaufen, die Seele vor meiner Strandhütte baumeln lassen und in einer Strandbar Snacken. Und vor allem – dem Meeresgesang zu lauschen.

  

Arugam ist in der Saison sicher eine gute Alternative wenn man Goa oder Thai Hippie Beach Life Style sucht. Eine nette Bucht, Beach Huts, kleine Bars und die Möglichkeit einsame Buchten und wundervolle Landschaft zu entdecken. In der Nebensaison, jetzt im Jänner ist es eher Arugam Ghost Bay und es hat kaum etwas offen. Wir wohnen in einer super Cabana am Strand mit Oberdeck. „Stay Golden“ ist zumindest in der Nebensaison leistbar und ein genialer Ort um zur Ruhe zu kommen. In Arugams Umland hatten wir die unglaublichsten Tierbegegnungen, aber dazu ein andres mal. Jetzt geht es um die Postkarten Strandfeeling Sache.

  

Mirissa ist der Hipster Hotspot, am Strand einer neben dem anderen wie in Caorle mit teuren hippen coolen shabby chic Hipster Lokalen, Kaffe um 5.-€ und Partynights. Wir kamen zum „Whale Watching“ hierher, haben es aber auslassen da es eher nach „Whale Hunting“ ausgesehen hat. Auch unsere Unterkunft war schrecklich mit einem Horrorbad wo man sich nicht mal abduschen wollte so verdreckt war es hier. (Auch ein Thema in SL)  Aber der Ausblick war gut, immerhin. Neben Mirissa liegt Polhena Beach ein kleiner Strand wo wir das erste mal auf Meeresschildkröten treffen und mit ihnen schwimmen und daraufhin in den Bann dieser Riesentiere gezogen wurden.

 

Tangalle war danach wundervoll und wir haben uns eine teure Cabana um 60.-€/ Nacht geleistet. (Was in Indien oder Thailand eher die billige Variante ist scheint in SL also eher unüblich und man zahlt für wenig – viel.)

„Sandy Cabanas“ mit Balkon, Ausblick durch die Palmen aufs Meer, offenem Badezimmer und einem tollen Frühstücksbuffet. Genau mein Ding, mit Traumhütte am Traumstrand und kurzer Spaziergang zu einer netten kleiner Strandstrasse mit gemütlichen Strandbars und Cafes. Hier ist es ruhig und eher alternative Traveller unterwegs. Tangalle erinnert an einsame ruhige Zeiten damals in Goa. In den teureren Cabanas hier am Strand komme ich erstmals zur Ruhe, stehe mit der Sonne auf und habe nichts zu tun, ausser -Muscheln zu suchen.

 

  

Wir sammeln hunderte „Shiva Eye“ Muscheln in Tangalle. Dies sind eigentlich die Verschlussdeckel der Turbanmuschel, als Schmuckstück heissbegehrt da sie dem Gott Shiva zugehörig sind und das 3. Augen repräsentieren. Das Shiva Auge bringt spirituell Weisheit und Einsicht. Die Spirale symbolisiert Wachstum und Unendlichkeit und ist ein Schutzsymbol für den Träger.
Mineralisch ist das Shiva Eye ein Aragonit und wirkt auf uns Ausgleichend und ist gut für Muskeln und Gelenke. Dort wo man Shiva Eyes findet werden sie immer schon rituell oder als Schmuck und früher als Zahlungsmittel eingesetzt. In einigen Traditionen zB. im Judentum wird das Shiva Auge als Räucherung verwendet.

Von hier aus erforschen wir die umliegenden Buchten, wie Weligama wo der Strand langweilig war, ich aber eine Kalipriesterin treffe und zum Trance-Ritual eingeladen wurde. Wir besuchen eine coole kleine Bucht, den neuen Surfer Hotspot Hiriketiya und fühlen uns wie Piraten die einsame Strände scouten gehen. Abends landen wir bei einer singhalesischen Geburtstagsparty im Coppenrath, wo die coolen Leute abhängen und es täglich Yoga gibt. Wir werden vom Geburtstagskind mit Schokokuchen gefüttert, dass ist die Tradition und ein Dj legt aus zu lauten krachenden Boxen auf und wir werden aufgefordert zu tanzen. Es gibt Weisswein aus Kanada und wir tanzen eine Runde.

 

Dawalla eine kleine Bucht vor der Touristenmetropole Unawatuna. Wir sind bei „Amal Guesthouse“ untergekommen. Ein Homestay, 2 Zimmer mit Balkon über seinem Wohnhaus. Und wie sich herausstellt mit Privatstrand und einer der wenigen nicht zugebauten wundervollen Strandabschnitte.

Hier leben einige Riesenmeeresschildkröten. Und am Tag nach Vollmond kommt tatsächlich eine der beeindruckenden Meeresbewohner an unseren Strand um Eier zu legen. Ein unglaubliches Erlebniss mit welcher Mühe sich die Schildkröte an den Strand bewegt und ein tiefes Loch gräbt um ihre Eier abzulegen. Leider folgt irgendwann ein Blitzlichtgewitter, die Touristen schaffen es nicht sie in Ruhe zu lassen und der Typ von der Aufzuchtstation meint, dass sei nach der Eiablage ok. Leider gibt es kaum noch unberührte Strände und auch hier müssen die Eier weggebracht werden damit die Schildkröten wo anders ausschlüpfen können, da überall Menschen und Beton sind.

Unawatuna ist der Hauptstrand gleich daneben mit vielen Restaurants , vielen Russen & Chinesen und wie ich finde mit wenig Flair. Wiedermal laaangweilig. Wir geniessen echten Kaffe und echte Croissants in einem schicken Kaffe und sind froh in unserer Privatbucht mit den Schildkröten zu wohnen.

Szenenwechsel, wir betreiben Strandhopping und düsen weiter nach Hikkaduwa. Genauer gesagt an den Strand daneben, Narigama. Wir landen bei „Hectors Place“. Wie so oft in SriLanka eine deutsche Frau mit Singhalesischem Mann die hier eine kleine Oase geschaffen hat. Inmitten von Hotelburgen, Resorts und Anlagen mit ernüchterndem Charme am Hikka Hauptstrand, sitzen wir hier in einer familiären Enklave mit hauptsächlich Stammgästen und relaxen in einem natürlichen grünen Garten im Schatten der Mangroven und Palmen, direkt am Meer.

Die Wellen donnern an den goldenen Strand, Cafes und Restaurants bieten von Burgern über Pizza alles was das Touristenherz begehrt. Einfach einfaches leben am Strand, perfekte Sonnenuntergänge, die Strandcafes lachen uns an und der abgefuckte Charme einiger verfallener Kolonialhäuser und Hippiekneipen lässt erahnen wie es hier wohl mal war. Narigama bietet perfekte Wellen für Surfer und der Hauptstrand Hikkaduwa bietet mir ein buntes Fischgewimmel am Riff zum Schnorcheln und tägliches Schwimmen mit meinem neuen Lieblingstier der Meeresschildkröte.

 

Die tropische Hitze und Feuchtigkeit & immer wieder Regen (der um diese Jahreszeit seeeeehr unüblich ist) führen zu einem eigenartigen laaangsamen Rhythmus, also bleiben wir einfach noch hier.

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