Kandy, Helga & der Beginn in Buddhaland


Ankunft Columbo 2h Nachts, Geld wechseln und ein Taxi checken.
Es geht 3h ins Inland nach Kandy ins Kandy View Hotel. Der View ist tatsächlich genial, vom Bett aus der Blick in den Dschungel mit Affen. Der Rest des Zimmers ist ziemlich eklig. Kabel die aus der Wand hängen, im Badezimmer der Spiegel zerbrochen, überall Zahnpasta verklebt von vielen Vorgängern und ein Sessel der rumsteht und kaputt ist. Der Balkon eher eine kleine Nische aber immerhin toller Blick. In der Nacht jaulen die Hunde und halten uns wach.

Über Kandy drohnt die 27 Meter hohe „Bahiravokanda Vihara“ Buddhastatue. Dies ist ziemlich beeindruckend aber das war es dann auch schon wieder für mich. Touristen und Buddhisten pilgern hierher um den Zahntempel zu sehen. Ja hier liegt angeblich Buddhas Zahn. Wir lassen dass aus, denn der Eintritt ist wie überall in Sri Lanka hoch. Wir besuchen lieber einen Tempel zu dem man nur kommt wenn man weiss das es ihn gibt. Denn man muss durch ein mit Polizei bewachtes Tor. Die schicken dich weiter, no Entrance. Aber ich erkläre wir wollen zum Tempel. und siehe da wir dürfen durch.

Es ist ein ein kleiner Tempel „Vishnu Devalya“ und dahinter ein Buddhistischer Tempel für die Locals und ein sehr ruhiger angenehmer Ort. Dieser kleine Tempel ist sehr besonders, denn er zeigt am Eingang Jahrhunderte alte Bemalungen die den Kampf zwischen dem Gott Rama und dem Dämonenkönig Ravana zeigt. Rama gewinnt und gewinnt so hohes Ansehen. Dieses Epos, klar geht es in Wirklichkeit um die schöne Prinzessin Sita, ist eines der bedeutendsten im Ramayana. Ausserdem zeigt der Tempel den Zusammenhang zwischen Buddhismus und Hinduismus in SriLanka der uns in den folgenden Wochen begleiten wird.

Die Legende besagt, dass in der Zeit als Buddha langsam von der Erde ging er dem Gott Vishnu die Kraft übergab als Wächter für SriLanka. Er sollte darauf achten, dass hier die Lehren Buddhas fortan bestehen und seine Jünger hier ein sicheres heiliges Land vorfinden.

  

Ich gehe mit den Einheimischen um den heiligen Baum, trage meine Schale mit Wasser, bitte um den Segen Buddhas (man will es sich ja nicht ganz verscherzen) und giesse dann nach meiner Runde um den heiligen Baum mein Wasser zu den Wurzeln. Eine Familie hat Gebetsfahnen bemalt mit dem Namen des Sohnes für dessen Gesundheit sie beten. Ein Mädchen singt etwas, einer nach dem anderen geht mit dem Wasser um den Buddha unter dem mächtigen BhodinTree herum, es ist friedlich hier im Gegensatz zum lauten hektischen Kandy.

 

Wir besuchen Helgas Folly. Eine Villa die man nicht beschreiben kann. Verstaubter Kolonialstil der erahnen lässt welch wilde Zeiten es hier gab. Ein Grammophon, mit Tafelsilber gedeckte Tische, ein Skelett sitzt dazwischen. Die Wände bemalt, Fotos mit der Geschichte von der Britischen Familie die hier gelebt hat und Fotos von den guten Tagen hier. Eine Mischung aus Gruselkabinett und bunter Anderswelt. Die guten Zeiten scheinen hier vorbei und dennoch kehren immer wieder vor allem Musiker und Literaten hier ein. Einige Räume scheinen wie für okkulte Seancen gemacht. Wahrlich ein magischer Ort mit düsterer Schwingung.
Wir trinken Tee und sind fasziniert von den vielen surrealen Zimmern hier.

Viel mehr hat Kandy nicht zu bieten für mich. Ein paar nette zu teure Cafes in alten Kolonialhäusern und eben der See um den Zahntempel. Dieser wurde vom letzten König von Kandy 1807 als Ehrerbietung für Buddha angelegt.
Aber wir essen hier verdammt gutes Kottu, eine Mischung aus Palatschinkenteig der kleingehackt wird mit Gemüse, Reis und Gewürzen.

Ayubowan, 16.1.2018

Schreibe einen Kommentar

*