Arambol

Irgendwie ist es einfach so. Goa hat schöne Strände, dennoch nicht zu vergleichen mit einigen Inseln Thailands. Aber dennoch zieht es mich immer wieder hier her. Denn Goa hat noch was andres, diesen alten Hippieflair, diese ganz eigene Schwingung die schwer zu fassen ist. Und in Goa selbst ist es Arambol wo ich mich kuschelig zu Hause fühle. Obwohl es auch hier in Nord-Goa schönere Strände gibt, Arambol ist nach wie vor anziehend. Die Zimmer kosten zwischen 500-1000 Rps je nach View und man kostet sich durch unendlich viele großartige internationale Speisen. Ich liebe tibetische Chicken Cheese Momos, israelisches Lafa, indisches Malai Kofta mit Garlic Naan und dazwischen mal eine italienische Pizza aus dem Holzofen.

Waren hier früher die ganzen jungen Israelis nach dem Militär um Party zu machen, sind es jetzt Russen um die 30 die sich in Goa breit gemacht haben. Alles ist in russisch angeschrieben und die Inder haben sich schnell angepasst. Jeder hier kann ein paar Wörter russisch und im Supermarkt gibt es Borscht. Leider negieren sie nur allzu oft indische Kultur und Etikette, da waren mir die israelischen Partypeople um einiges lieber!

Aber um den Touri-Rassismus nicht weiter blühen zu lassen kommen wir zum Patriotismus. Es gibt in Arambol jetzt auch direkt am Strand ein gemütliches Cafè von Wienern. Und sie haben anscheinend Techno an den Strand gebracht. Wo bisher Bob Marley oder irgendein Psytrance bzw. Russenpop über den Strand schallte – gab es gestern eine sehr feine Technoparty. Und das ist es auch was ich an Arambol liebe. Ich mache ja Urlaub vom Partymachen. Denn nach wie vor denke ich haben wir in Wien tatsächlich gute Partys die ich ausgiebig genieße. Im Urlaub brauche ich dann eher was anderes – ein in mich gehen, Ruhe, genießen, Entschleunigen, Abstinenz (die kommt von alleine wenn man so wie ich wiedermal Brechdurchfall hatte), Shopping, in die Landschaft eintauchen, mit dem rauschen der Wellen einschlafen….. Ja und was ich nicht brauche ist jeden Tag Party – dazu wohnt man am Besten in Anjuna und Vagator. Hier in Arambol hat man auch jeden Abend irgendwo eine Party, aber eben eher nur 1 Party und nicht den ganzen Strand entlang, hier hat man viel Live Musik und selbstorganisierte Shows. Es ist noch nicht so kommerzialisiert wie in Anjuna und ich genieße es dann kleine und ausgewählte Strandpartys zu erleben so wie gestern. Und wenn man es tatsächlich braucht kann man zum Hilltop oder Shivavalley auch runter fahren. Taxi kostet ca. 500 Rps. hin und ca. 800 Rps. in der Nacht zurück und „nüchterne“ können ja die 40 Minuten mit dem Moped fahren, das kostet nur 250 Rps. pro Tag und 1Liter Petrol 80 Rps.

Aber statt mir weiter Gedanken über Partys zu machen, nehme ich noch einen Schluck Kaffe, schaue der Brandung zu, höre eine Krähe, sehe draussen Delphine und Boote und relaxe in meiner Hängematte bevor wir irgendwann Shanti Shanti einen Ausflug zum Keri-Beach und Paradise-Beach machen. Was ist schon Zeit in Arambol?

(Ja irgendwie könnte ich auch einfach hier bleiben das ganze Monat und es wäre schön!)

18.2.2014

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