Zum 8. Mal fuhr ich den Weg von Wien nach Schwanberg auf Schloß Limberg. Diesmal schweren Herzens da mein geliebter treuer lustiger neugieriger Hamster „Ali Baba“ genau heute gestorben ist. Und genau heute vor einem Jahr hatte ich ihn aus dem Tierschutzhaus geholt und nahm ihn mit auf das Festival. Und so bin ich gelandet heuer am BabaJaga Festival.
Die Helfer treffen ein und wir bauen auf um einen gemütlichen Rahmen im Schloß zu schaffen. Eingespielt sind die Trollhöhle und der Zensaal schnell dekoriert und die Bar eingerichtet. In der Nacht treffen die ersten Leute ein die schnell raus mussten und aus ihren Alltag entfliehen wollten.
Ich sitze hier und alte Wunden die noch nicht heilen konnten wurden erneut aufgerissen. Die Menschen die mir einmal am nächsten waren sind heute weit weg. Die Wunden haben so tiefe Narben hinterlassen, dass sie nicht heilen können.
Doch dann treffen die Gäste und Vortragenden ein. Es fügt sich alles zusammen.
Vor 2 Stunden kamen sie an und nun sitzen sie in einem Sharing Circle und erzählen sich ihre tiefsten Erlebnisse und tauschen sich aus – als ob es nie anders gewesen wäre.
Ich liege in der ersten Nacht nach den ersten Ritualen in meinem Bett – einsam wie immer. Ich höre die Stimmen unten im Schloßhof lachen, ich höre in meinem Zimmer die ersten Schnarchen. Einsam und doch nicht alleine. Und die Bilder des Tages steigen hoch. Lachende Kinder, bellende Hunde, Menschen die sich miteinander austauschen als ob sie sich seit Jahren kennen, intensive Rituale, magische Momente. Das ist es warum ich mir dieses Festival seit 8 Jahren immer wieder antue. Dieses Lachen, diese Begegnungen der Menschen, diese ganz besonderen Momente die hier stattfinden können sind es die mir den Antrieb geben weiter zu machen – Jahr für Jahr.
Auch wenn mir eine feste liebevolle Gemeinschaft nicht zu Teil geworden ist erschaffe ich sie mir hier jedes Jahr neu.
Hier gibt es keine Grüppchen die sich abspalten und „ihr Ding“ durchziehen, keine Arroganz „magisch cooler“ zu sein, kein Hick Hack. Hier sind wir eine Gemeinschaft egal aus welcher spiritueller Ecke wir kommen, hier tauschen wir uns aus, hier Leben wir wie eine heidnische Gemeinschaft nur leben kann.
Wir weinen und trauern gemeinsam und es ist jemand da der dich auffängt und tröstet. Es ist ein Ort wo unsere Schatten an die Oberfläche floaten und den Raum bekommen den sie benötigen. Intensive Workshops und magische Rituale.
Freunde für ein Wochenende – und doch nicht fürs Leben, aber Begegnungen die einen für immer Prägen werden.
Ich nenne die Farbe Vanille- der Regen hat aufgehört – es herrscht Stille!