Wat Mahathat

In der früh nehme ich den Bus zum Pier. Wiedermal nehme ich den Bus mit dem nur Thais fahren und ich bin die einzige Ausländerin. Diese Busse sind offen, dreckig ohne AC und das Bussystem in Bangkok nicht ganz einfach. Aber nachdem ich es mag abseits der Touripfade zu wandeln macht es mir Spaß auch so ans Ziel zu kommen und jede Menge komischer Blicke zu kassieren. Mir hat es eigentlich auch gefallen dort zu wohnen wo Thais wohnen in einer dreckigen stinkenden Strasse, nur das Charlie Guesthouse ist wahrlich nicht zu empfehlen. Ich denke aber ich habe nur so ein schlechtes Zimmer bekommen weil ich mich beschwert habe das doch wenn ich statt zu 2. allein bin eine Stornierung möglich sein muss und ich ihm letztendlich zumindest 450 Baht entlockt habe. Handeln ist nun mal eines der wichtigsten Eigenschaften die man mitbringen sollte wenn man nach Thailand reist. Ausserdem lag das Guesthouse direkt gegenüber vom Thai-Boxing Stadium und dem Night Market der für mich ein „Must“ war.
Wie auch immer -am letzten Tag nahm ich also ein Boot und düste zum Tempel meiner Wahl zum WAT MAHAHAT. Diesen Tempel gibt es schon länger als es die Stadt Bangkok gibt und wurde von Rama I. zu einem riesigen religiösen Zentrum umgebaut und so wimmelt es hier von jungen und alten Mönchen. Im übrigen sind die Mönche durchwegs freundlich wenn man sie mit Respekt ansieht und nicht so seltsam verbohrt wie europäische Buddhisten. Die Mönche hier klopfen sich auf die Schultern, machen Spässe und wirken nun mal wie jeder andere Mensch auch. Hier im Wat leben auch ungefähr 500 Mönche und studieren alte religiöse Überlieferungen und Schriften. Im inneren Hof kann man einmal rundherum gehen und der Gang ist von rund 200 goldenen Buddhastatuen bewacht unter denen die Urnen von Verstorbenen eingelassen sind. Im kühlenden Schatten der Tempelanlagen schlafen überall Menschen und auch Mönche. Im Tempelinneren gibt es viele Statuen und für jeden Tag gibt es einen Buddha mit einer bestimmten Handhaltung dem man Geld hinwerfen kann um für Schutz zu bitten.

Draussen vor dem Wat ist die Phra Chan Road wo Heilkräuter, Schutzamulette und Götterbilder der Hindus verkauft werden. Auch Wahrsager tummeln sich hier doch leider kann keiner Englisch und auch die Kräuter kann mir niemand erklären. Seufz aber schön ist es hier.
So geniesse ich es dann im Gewimmel von Mönchen, Thais und Touristen zu sitzen und die Schwingung der Stadt zu spüren. Immer wieder grinsen mich Mönche an wie ich am Strassenrand sitze, schwitze und Fotos mache von Dingen die man wohl sonst nicht als Sehenswürdigkeit fotografieren oder filmen würde. Und welcher Touri setz sich auch schon in den Dreck dorthin wo die Bettler sitzen – nun ich tue es und geniesse die letzten Stunden meines zu kurzen Urlaubs in Thailand.
So vieles gäbe es noch zu sehen aber ein Wat pro Tag reicht einfach. Alles andere wäre nur eine Touristen Tour um sich Sehenswürdigkeiten anzusehen und das ist so nicht ganz mein Ding.

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