Nebeldisen

Die Nebeldisen werden mich morgen den letzten Tag hoffentlich gut in die Arbeit bringen. All die letzten Tage haben sie mich eingehüllt und mir Schutz und Geborgenheit gegeben in der Winterlandschaft.
Vor ein paar Tagen ging ich in der Morgendämmerung hinaus bevor die ersten Strahlen des Sonnenkönigs sie zerwirbelten.Sie umhüllten mich und nahmen einen Teil der Trauer mit in diesem Moment. Mir wurde wieder einmal bewusst, dass ich eine Weberin bin, die die Netze für Suchende spannt, die Menschen zueinander bringt und Menschen vernetzt. Viele unendlich viele Menschen haben durch mich ihren Weg gefunden oder neu eingeschlagen oder sich gefunden. Hätte ich meine Netze nicht gespannt wäre das Leben einiger Menschen völlig anders verlaufen. Doch werde ich immer wieder verlassen, verstossen- denn als Weberin bleibt einem niemand, denn der einzige Sinn des Seins ist es zu vernetzen. Es ist bitter und mein Herz zerstörend zu sehen wie gut ich meinen „Job“ mache doch mir bleibt niemand. Die anderen sind immer besser – ein Glaubenssatz der mich einholt aus meiner Vergangenheit. Die Freude anderen etwas gegeben zu haben verblasst im Laufe der Jahre wenn man selbst über bleibt. Was mir bleibt ist Menschen auf ihrem Weg geholfen zu haben, verwoben und verbunden zu haben.

Die Nebeldisen helfen mir, denn dann ist meine Sicht nicht mehr so weit und so klar. Es ist nicht immer angenehm so weit zu sehen. Nicht angenehm in Menschen hineinzusehen. Und wiedereinmal ist in meinem Leben eine wichtige Beziehung an dieser Weitsicht gescheitert und an Wahrheit die heute kaum jemand zu verkraften vermag.
Oft braucht man eben keine Weitsicht sondern eine Kurzsicht- um mehr im Hier und Jetzt zu sein.

Und im Hier und Jetzt muß ich es schaffen trotz Fieber einen Tag zu arbeiten und dann geht es nach Bangkok!

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