Nach einer lange Nacht stehe ich zu Mittag auf, die Wintersonne lacht herein, die Krähen sitzen auf dem Baum gegenüber, der Schnee glitzert und es taut.
Es ist Imbolg und meine Hyazinthen haben beschlossen sehr seltsame Formen anzunehmen um zu blühen. Aber seit heute blühen sie in voller Pracht und erscheinen mir als perfekte Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips.
Ich habe mein Brighids Cross schon gemacht – allein. Bin ja wieder allein- wiedermal Alleingang. Habe mich von allen Menschen distanziert – Menschen verletzen nur und was Vertrauen und Liebe heisst checken eh die wenigsten. Kritik ist heutzutage kein Austausch und Anregung zu Überlegungen sondern anscheinend reine Attacke auf das Ego. Ja ja das Ego das darf natürlich nicht angekratzt werden in einer Welt wo man danach trachtet alles Heil zu halten um ja nicht in seine eigenen Schatten schauen zu müssen. „Scheinheiligkeit“
Natürlich Schattenarbeit – an sich arbeiten -das wird gern verweigert dies würde nämlich bedeuten sich auf sich einzulassen und damit auch die eigene „Ich hab recht, ich kenn mich selbst am Besten, ich bin ok wie ich bin…“ Mentalität zu Fall zu bringen.
Faszinierend auch, dass Menschen immer wieder statt zu kämpfen lieber den Rückzug antreten um ja nichts verändern zu müssen. Lieber seine kleine heile Welt so lassen anstatt aus dem Fenster zu sehen und zu bemerken, dass da vielleicht doch noch andere Welten und Blickwinkel möglich sind.
Auch faszinierend wie leicht es Menschen fällt zu verletzen und zu verlassen anstatt sich mit Dingen zu konfrontieren, zu kommunizieren und solch schwerwiegende Entscheidungen mit bedacht zu treffen. Hier zeigt sich die Zerstörung der Scheinheiligkeit in Reinkultur als Rechtfertigung des eigenen Individualismus – wird aber natürlich als klug und unabdingbar hingestellt – damit das Ego ja nicht angekratzt wird.