Nur noch 3 Tage, unglaublich wie schnell zum Schluß die Zeit noch vergangen ist. Kaum bist du im Inselmodus und genießt die langsamen Strandtage ist es wieder vorbei. Die letzten Tage habe ich keine Schuhe mehr getragen und es ist super Barfuß die ganze Zeit unterwegs zu sein. Meine Tage bestehen daraus gegen 10h aufzustehen, ein paar Meter zum heißen Wasser zu gehen wo es Kaffe gibt, allen „Guten Morgen“ zu wünschen, kurz plaudern mit Nee die hier vor dem Daya Resort Schnorcheltouren organisiert, in der Hängematte zu liegen, den neuesten Tratsch der Insel hören, schwimmen gehen, überlegen welchen Strand ich heute besuche oder einfach hier bleibe, lesen, den Wellen lauschen, Longtailboatfahrern zusehen, Menschen beobachten, kurz in die Walking Street laufen um eiskalte Getränke und ein wenig zu Essen zu besorgen, schwimmen, ins Meer schauen, Kaffe trinken, in der Hängematten liegen, kurz mal plaudern….Gegen Abend duschen gehen, Deet-Spray über den Körper verteilen damit man nicht ganz so viele Moskitostiche bekommt, zum Dinner mit P. und M. gehen und dann vielleicht noch in eine Bar. Gegen Mitternacht sitze ich dann wieder auf meiner Luxus-Terasse. Easy Live easy going!
Nunja Luxus auch wenn es hier unglaublich teuer ist sind natürlich hier noch keine westlichen Standards vorhanden. Hier wird nicht zwischendurch mal das Zimmer geputzt oder Handtücher gewechselt. Eine neue Rolle Klopapier darfst du dir selbst kaufen. Thais haben auch einen anderen Begriff von sauber, aber um längen besser als ich es in Indien erlebt habe. Natürlich ist der Campingsessel auf meiner Terrasse so ekelhaft, dass ich mich in Wien nicht drauf setzen würde, da würden wir das Teil verschrotten.Und natürlich laufen hier sagen wir mal etwas größere Kakerlaken herum, aber daran gewöhnt man sich. Das heißt Koh Lipe ist sicher eine der teuersten Inseln mittlerweile ohne die dazugehörigen Standards zu heben, aber wir Touristen zahlen es.
Mir geht es gut ich genieße die Entschleunigung hier. Ich darf den ganzen Tag ganz langsam sein, muss keine Entscheidungen treffen und übe mich im „Nichts Tun“, was für mich immer wieder einige Tage benötigt bevor ich das kann. Es braucht rund 1 Woche bis ich nicht mehr das Gefühl habe ich muss jetzt etwas tun, der Blick ins Meer mich nicht mehr nervös macht oder ich dauernd überlege „Was mach ich jetzt als nächstes“. Es dauert bis ich nicht mehr das Bedürfnis habe ständig darüber nachzudenken mit wem ich reden könnte, Essen gehen könnte, abends hoffentlich nicht alleine bin usw. Momentan ist es perfekt zu wissen wo Leute sind mit denen ich kurz plaudern kann, ansonsten lese ich viel und schwimme im kristallklaren Wasser.
Koh Lipe ist wirklich nach wie vor eine der schönsten Inseln ich muß es immer wieder betonen. Mal sehen was der Tourismus hier noch so kaputt macht und an Korruption mit sich bringt.
Aber das türkisblaue total klare Wasser und die vielen wunderschönen Strände die man zu Fuß gut erreichen kann sind einzigartig. Und die kleine Insel ist nach einigen Tagen gut überschaubar, man weiß wo was ist und was man mag und was nicht. Man begegnet immer wieder der gleichen Menschen und plaudert mit den „Foreigners“ die hier ihre Bars betreiben oder spricht mit den „Longterm Stayers“ die jedes Jahr kommen. Ja hier ist das Paradies, leider ein sehr teures Paradies!
Und somit gibt es nichts aufregendes zu berichten, außer dass ich in mir zum Schluss doch noch Ruhe gefunden habe und es mit mir alleine gut ausgehalten habe. Meine Erkenntnis war überall auf der Welt nimmst du deine Probleme mit und überall begegnest du Menschen die eben auch ihre Themen haben. Aber das was für mich die wichtigste Konklusio ist, ist das Menschen immer nach Menschen suchen und jeder auch wenn er alleine reist „Bezugsmenschen“ sucht und sich sonst sehr einsam fühlen würde. Ebenso fand ich in den Begegnungen hier die Bestätigung, dass enge Freundschaften lebensnotwendig sind und Menschen die das nicht haben meist jene sind die immer wieder schnell eine Partnerschaft eingehen um nicht alleine zu sein. Wir sind nunmal Menschen und unweigerlich darauf ausgerichtet sich zusammenzurotten und Gleichgesinnte zu suchen mit denen man sich austauschen kann. Mein Bedürfnis nach tragbaren Beziehungen bzw. innigen Freundschaften ist also ganz natürlich und damit komme ich mir nicht mehr wie ein Alien vor der etwas sucht dass vielleicht gar nicht existiert oder auf dem Planeten nur wenigen vorbehalten ist.
Jeder Mensch braucht das Gefühl gebraucht zu werden. Jeder Mensch braucht Bezugsmenschen zu denen er gehört und die ihn mit all seinen Themen respektieren und danach trachten das Beste füreinander zu wollen. In diesem sinne, stay tuned stay friendly, stay open for the others !
Und damit ist für mich mein Thema 2012 ganz klar!