Going to Koh Lipe 5.3.2012
Von HatYai Airport fährt man mit dem Minibus in die Stadt. Der Schalter ist gleich draußen links und es kostet 80 Baht. Wenn man so wie ich um 11h ankommt ist es am Besten gleich beim Busbahnhof auszusteigen, denn von dort fährt ein Minibus nach Pakbarra um 12:30 und mit dem erwischt man die Fähre nach KohLipe um 15h.Dieser Minibus ist einer für „Locals“ und kostet soweit ich das verstanden habe 150 Baht. Mit dem Minibus der Agencys beim Zugbahnhof kostet es rund 250-350 Baht bis Pakbarra.
Ich bin natürlich vom Airport zur Zugstation gefahren wo die Travel Agencys sind und die sagten mir es geht erst gegen 13h ein Bus und der kostet 250 Bht. Ich habe aber gehört, dass es noch früher einen Bus gibt und nehme deswegen kein Ticket da ich Angst habe es nicht mehr auf die Insel zu schaffen. Was dann passiert ist typisch Thai – einen Farang nehmen sie immer noch aus egal wie! Ich sage also ich suche nach einem früheren Bus und siehe da plötzlich steht jemand vor mir (ich streune gerade unweit des Bahnhofes umher) und sagt mir es geht bereits um 12h oder 12:30 ein Bus man sagt mir für 350 Baht. Nachdem ich es nach Koh Lipe schaffen will sage ich natürlich zu und steige in das Taxi ein wo 2 Jungs drin sitzen die mir sagen sie fahren mit dem Taxi nach PakBarra. Super denke ich die nehmen mich mit und wir fahren mit dem Taxi. Nein nicht um 350 Baht. Um das Geld hat mich der Fahrer einfach nur zurück zum Busbahnhof gebracht der auf dem Weg vom Flughafen zur Zugstation lag und wirft mich dort wieder raus wo ich vor 1 Stunde bereits war und sagt mir hier geht der Bus und drückt mir ein Busticket in die Hand, dass natürlich direkt am Busbahnhof um einiges weniger gekostet hätte. (Im übrigen wurden die 2 Jungs aus dem Taxi nur zum nächsten Minivan gebracht und haben es nicht mehr zum letzten Speedboot geschafft, also doch noch bei mir alles gut gegangen!)
Beim Bus treffe ich auf 3 Schweden und einen Deutschen und wir reisen gemeinsam weiter nach KohLipe. Die 4 haben eine Höllenfahrt hinter sich. Sie sind von Bangkok mit dem Bus nach HatYai gefahren und mussten 10 mal umsteigen und konnten kaum schlafen und waren total fertig. Außerdem kamen sie drauf, dass mein Flug kaum teurer war als ihre Bustour mit dem Unterschied, dass ich relaxed bin. Durchatmen in PakBarra wir erwischen das letzte Boot nach Koh Lipe, Ticket kostet 500 Bht mit dem Speedboot geht es weiter. Das Boot fährt nicht um 15h sondern um 15:30. Wir brettern vorbei an Koh Tarutao- auf nach Koh Lipe ersehntes Ziel meiner Reise.Von der Plattform vor dem Pattaya Beach aus wird man dann mit Longtail Boats um 50 Baht an den Strand gefahren.
Auf KohLipe verschwitzt bei der Feuchtigkeit und Hitze 1 Stunde vor Sonnenuntergang suchen wir Quartier. Unser Deutscher zieht auf den Sunset Beach und will etwas abseits sein. Die 3 Schweden ziehen in einen großen Bungalow wo sie alle Platz haben und ich nehme einen Beach Bungalow im Daya Resort in der Ecke wo ich 2006 bereits war. Noch nie habe ich so teuer gewohnt in Asien. 1000 Bht für einen Bungalow ist wirklich unglaublich. Aber Koh Lipe ist nunmal mittlerweile eine der teuersten Inseln. Kaum noch Bamboo Style Huts sondern eher getrimmte luxoriös wirkende Bungalows. Da bin ich mit meinen 1000 Bht Beach Front noch halbwegs günstig unterwegs. Billiger geht es nur im Hinterland oder wenn man bei der Walking Street wohnt.
Es hat sich so gut wie alles hier verändert auch wenn Koh Lipe nach wie vor ein Paradies ist. Doch mittlerweile ist es ein Paradies für Menschen mit Geld. Es gibt kaum noch typische Bambus Bungalows, stattdessen Resorts mit Swimming Pool, AirCon, Satelliten TV und Nächtigungspreisen bis zu 5000 Baht. Hier findet man kaum noch Backpacker und abenteuerlustige Traveller die gerne in einfachen Hütten mit wenig Komfort schlafen und dies als Paradiesisch empfinden. Hier findet man vor allem Leute zwischen 40-70 Jahren, Familien mit Kindern und jene die schlichtwegs Geld haben.Billige oder sagen wir für Thailand im normalen Preislevel befindliche Unterkünfte gibt es nur wenn man weit im Hinterland wohnt oder ein Zelt mit hat. Will man so wie ich mit Blick auf das Meer am Strand wohnen ist der billigste Preis für Beachfront 1000 Baht pro Nacht. Wenn man Glück hat gibt es dazu gratis Kaffe. Dieser Preis gilt für alle „einfacheren“ Hütten auf der Insel egal auf welchem Strand. Am Pattaya Beach zb. Bei Daya, am Sunrise Beach bei Varin2 und am Sunset Beach beim Porn Resort. Meistens sind die Bungalows in Reihen dann nach hinten gehend billiger bis zu 600 Baht je weiter hinten man ist. Man kann verhandeln wenn man mehr als 7 Tage bleibt um einen günstigeren Preis zu bekommen.
Die Strände sind nach wie vor wunderschön aber es stimmt – das Müllproblem ist nicht mehr zu leugnen. Als hätte der Tourismus die Insel in besitz genommen, sie fast erschlagen so wirkt es wenn man abseits der Hauptwege spaziert und die depressive Stimmung im Chao Ley Village mitbekommt.
Für mich ist der Sunrise Beach der Ultimative Ausblick, Pattaya die weisse Strandmeile mit seiner wundervollen Nebenbucht dem Sanom Beach der mein Liebling ist. Aber auch alle anderen Strände haben ihren Charme und was kann man auf Koh Lipe schon machen außer Muscheln suchen, Boote fotografieren im türkisen Wasser, von einem Strand zum Anderen barfuß wandern und das absolut kristallklare Wasser genießen? Ja natürlich schnorcheln, tauchen, essen und dankbar sein für das was man hier hat. Schnorcheln ist fast überall möglich und man sieht vom „Hausstrand“ aus an den Riffs viele bunte Fische.
Leider gibt es kaum noch eine alternative Travellerszene auf Koh Lipe da sich niemand die Preise hier leisten kann.
Den Thais ist es scheinbar egal, sie liefern das was die Touristen wollen und wenn es ein Flatscreen ist dann wird der vom Festland (ca. 3 Stunden entfernt) organisiert. So ist es nicht verwunderlich das die romantischen alten Bambushütten betongemauerten Bungalowanlagen weichen mussten.
So erhebt sich das Sita Resort mächtig über den Pattaya Beach. Koh Lipe der Geheimtipp der letzten Jahre wurde zu einer neuen Metropole wohlhabender Familien die hier genauso viel zahlen wie früher auf Mallorca und den Schönen & Reichen die hier umso mehr zeigen können wie reich sie sind. Das Essen ist derzeit noch erschwinglich. Fried Rice with Chicken 80 Baht, Sticky Rice with Mangos 60 Baht, frischer Fisch je nach Gewicht ca. 250 Baht.
Schaut man ein wenig hinter die Kulissen fragt man sich wie lange das noch gutgehen kann. Die Einheimischen leben zurück gedrängt in der Inselmitte. Dort wo mal die kleinen Wellblechgräber ihrer Verstorbenen waren ist alles verfallen und es wurden Bungalows gebaut. Überall ist Müll und obwohl es hier einen Müllplatz gibt scheint man überfordert. Denn wohin damit – der Platz der Insel ist nun mal begrenzt. Von den Seezigeunern, den Chao Ley mit ihrem animistischem Weltbild ist kaum noch etwas zu sehen und spüren. Statt einem Dschungelpfad gibt es betonierte Straßen, Segelyachten ankern vor den Stränden und es gibt sogar Motorbike Taxis die dich von einem Strand zum anderen bringen wenn 15 Minuten zu Fuß zu weit sind. Das Sita Resort hat sogar eigene Golfcars für ihre Gäste zum chauffieren.
In der Walking Street die Hauptflaniermeile auf Lipe ist das Elephant Cafe. Betrieben von einer Amerikanerin die aus San Francisco irgendwie hier gelandet ist und seit 2009 das Cafe hat, hat hier einen gemütlichen Ort geschaffen der zum Verweilen einlädt. Zwischen Büchern und gutem Kaffe sitzen Thais und Farangs und singen gemeinsam Lieder. Magic Man der eigentlich der Longtailfahrer vom Sita Resort ist zeigt uns seine Kartentricks und ich lerne ein Schwedisches Kinder-Kartenspiel. Auch das Cafe Lipe hat ausgebaut der Schweizer und seine Thaifrau haben mittem am belebten Pattaya beach eine grüne Oase geschaffen wo es immer noch selbstgemachtes Brot gibt und dazu mittlerweile Bungalows die direkt hinter dem Cafe liegen.
An der Bila Beach Bar ist wenig los, anscheinend ist es den Touristen zu abgelegen obwohl es hier gratis WiFi gibt und einen wunderbaren chilligen Sonnenuntergang.
Generell ist der Sanom Beach der auch schon 2006 unser Lieblingsstrand war auch jetzt noch gemütlich und wurde auch 2012 zu meinem liebsten Fleck auf Lipe. Leider gibt es hier natürlich auch einige Bungalows wenn man etwas abseits sein möchte. Es führt eine kleine Holzbrücke neben dem Pattaya Song Resort hinüber.
Für Leute wie mich die das Piratenfeeling brauchen hat sich hier deutlich zu viel verändert, dennoch ist Koh Lipe ein Paradies. Und wenn man Nachmittags an der kleinen Bar am Bila Beach sitzt oder es zufällig Vollmond ist und die Leute der MiaLuna Piratencrew eine Party machen, wenn man im Elephant Bookshop an der Walking Street gemeinsam mit Thais alte Songs trällert, bei der alten Thaimama ein Pancake bestellt, bei Poohs Bar vorbei geht und sich wunder warum hier Leute Spaghetti bestellen, wenn man im Garten des Cafe Lipe sitzt und das beste Sandwich der Insel ißt, … ja dann weiß man da ist es noch das „alte“ Koh Lipe, das einstige Traveller Paradies von damals.
(Derzeit regnet es viel obwohl noch nicht Regenzeit ist, aber eigentlich stört es nicht und kurbelt den verkauf von Regenschirmen an.)

