{"id":121,"date":"2009-02-25T15:19:36","date_gmt":"2009-02-25T15:19:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ladypurple.hagazussa.tv\/?p=121"},"modified":"2018-01-05T14:15:48","modified_gmt":"2018-01-05T13:15:48","slug":"one-night-in-bangkok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/purple.wildherb.at\/?p=121","title":{"rendered":"Krank in Bangkok"},"content":{"rendered":"<p>Schwach auf den Beinen in einem h\u00e4sslichen Hotelzimmer kam ich mir wie in \u201eThe Beach\u201c vor. Essen konnte ich nach wie vor nichts und ich ern\u00e4hrte mich von Cola und zwang mich bei Starbucks ein Croissant zu Essen damit ich nicht zusammen klappe.<\/p>\n<p>Mir ging es nach wie vor nicht gut aber im Hostel konnte ich einfach nicht bleiben dort ging es mir noch schlechter und ich wollte doch Bangkok erleben.<br \/>\nAllein streifte ich in Bangkok herum. Es war heiss 32\u00b0 C und sehr feucht obwohl es abends war. Der Schwei\u00df tropfte und rann an mir herunter. Obwohl mir die F\u00fcsse schon weh taten war mein Ziel der Tempel mit der einzigen Kali Statue in Bangkok.<\/p>\n<p>In der SilomRoad steht er der SRI MARIAMMAN Tempel, ein Hindutempel der Shaktisekte der 1879 von s\u00fcdindischen Tamilen erbaut wurde.<br \/>\nBeim Shaktismus steht an erster Stelle die Verehrung der Gro\u00dfen G\u00f6ttin, der Mutter und die G\u00f6tter sind von untergeordneter Bedeutung. Shakti als die Potenz und Sch\u00f6pferkraft.<\/p>\n<p>Ich betrat langsam und voller Spannung (ohne Schuhe) den Tempel, nat\u00fcrlich mit Tuch um die Schultern um nicht nackt zu wirken. \u00dcberall waren Schilder \u201eNo Photo\u201c, \u201eNo Camera\u201c und ich war die einzige Ausl\u00e4nderin. Hier leiteten junge indische Brahmanen den Tempel bzw. verrichteten sie die Arbeit hier und ich habe noch nie so gut aussehende M\u00e4nner gesehen &#8211; wauw- ich war hingerissen \u2013 ob wohl alle M\u00e4nner der Shaktisekte so toll aussehen? Dann k\u00f6nnte ich mir doch \u00fcberlegen zu konvertieren, ich meine soweit von Wicca w\u00e4re das jetzt auch wieder nicht oder? Irgendwie scheint es mir sowieso so, als w\u00fcrden nur die Europ\u00e4er wenn es um Buddhismus und diverse religi\u00f6se Gemeinschaften geht so genau sein und auf Traditionen und Konventionen pochen. Denn wieder einmal habe ich erlebt wie einfach und -in diesem Sinne traditionell- es ist wenn ein Hindutempel in Bangkok steht indem auch Buddha verehrt wird und wird und teilweise Daoistische Elemente zelebriert werden. Alles kein Thema!<br \/>\nWorauf jedoch sehr wohl geachtet wird ist das wie \u2013 also das man eben wenn man im Tempel agiert auch wei\u00df was man tut.<\/p>\n<p>Englisch konnte hier nur einer \u2013 der Mann der die Opfergaben verkaufte. Dem erkl\u00e4rte ich auch, dass ich meine Opferschale f\u00fcr Kali verwenden m\u00f6chte und ich alles f\u00fcr Kali opfern m\u00f6chte. \u201eKali?\u201c, fragt er mich ungl\u00e4ubig, doch er merkt meine Sicherheit und bringt mich zu der kleinen Statue. So stand ich vor Kali in ihrer goldenen Pracht und wurde ganz ganz klein.<br \/>\nDann wurde ein Brahmane zu mir gerufen der mich noch mal fragte \u201eKali, Kali ?\u201c.<br \/>\nDann wartete er bis ich meine Kokosnuss und die Bananen geweiht hatte und nahm sie mit in den hinteren Tempelraum wo die Opfergaben gesammelt werden. Meinen Blumenkranz legte ich um Kali und dann setzte ich mich auf den k\u00fchlenden Tempelboden und beobachtete das treiben um mich und betete auf meine Art.<\/p>\n<p>Mein Schwei\u00df mischte sich mit Tr\u00e4nen und die Frau neben mir betete und hielt eine Karte in der Hand wo ein menschliches Skelett abgebildet war \u2013 sie schaute mich aus traurigen Augen an und deutete auf ein Bein auf der Karte \u2013 ich konnte nirgendst hin deuten \u2013 ich betete f\u00fcr mein Seelenheil. Und so sa\u00dfen wir am Tempelboden und sie redete betend und ich sang meine Lieder \u2013 meine Art zu beten.<\/p>\n<p>Wieder einmal f\u00fchlte ich wie gelebte authentische Spiritualit\u00e4t verbinden kann \u2013 auch ohne einander mit Worten zu verstehen- und was Demut und Achtung vor den G\u00f6ttern und uns Menschen ausmacht. Wieder einmal durfte ich den Augenblick der transzendalen N\u00e4he sp\u00fcren &#8211; Geborgenheit, Schutz die in mir Demut und Sehnsucht nach meinem Heil und Gl\u00fcck hervorruft.<\/p>\n<p>Dann setzte ich mich vor einen Buddha und bat ihn um seine Weisheit und nahm die Box mit den St\u00e4bchen und sch\u00fcttelte sie bis genau eines heraus gefallen war \u2013 Nummer 19 war also die Antwort die ich in Form eines Zettels bekam der leider nur auf Thai und Chinesisch beschriftet ist und ein R\u00e4tsel aufgibt das es noch zu L\u00f6sen gilt!<\/p>\n<p>Das Originale I Ging ist das \u201eBuch der Wandlung\u201c das man in daoistischen Tempeln befragen kann und 64 Grundzeichen hat \u2013 das kannte ich schon aus meiner Zeit als ich in Taiwan war und mir eine Chinesin beibrachte was ich zu tun hatte. Aber hier sind es 28 St\u00e4bchen und ist wohl eher eine art Horoskoporakel das man befragt.<\/p>\n<p>Noch immer ist au\u00dfer mir kein Fremder zu sehen und manchmal ernte ich eher skeptische Blicke und ein anderes mal aufmunternde anerkennende Blicke. Mir gibt es ein gutes Gef\u00fchl kein solcher Tourist zu sein der mit nackten Beinen und kurz\u00e4rmeligen Shirt ausger\u00fcstet mit blitzenden Kameras heilige Rituale st\u00f6rt. Dennoch zeigt man mir, dass ich hier Aussenseiter bin , denn als ich meine Milch \u00fcber den Lingam giesse und darum bitte f\u00fcr meine Projekte mit Hagazussa Freunde und Fruchtbarkeit zu finden eilt ein Tempel-Security herbei der mir nicht zutraut das Richtige zu tun.<br \/>\nNach wie vor schwitzend, ergriffen und benommen vom Trubel und den lauten Glocken verlasse ich mit einem roten Punkt auf der Stirn (ein Segenszeichen) den R\u00e4ucherst\u00e4bchen geschw\u00e4ngerten nebeligen Tempel und stehe wieder- wie wenn nicht geschehen w\u00e4re -auf der Silom Road.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwach auf den Beinen in einem h\u00e4sslichen Hotelzimmer kam ich mir wie in \u201eThe Beach\u201c vor. Essen konnte ich nach wie vor nichts und ich ern\u00e4hrte mich von Cola und zwang mich bei Starbucks ein<a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/purple.wildherb.at\/?p=121\">Continue reading<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121"}],"collection":[{"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=121"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1157,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121\/revisions\/1157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/purple.wildherb.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}